Kriegstagebücher

© Ralf Puder, Nana Franck

In "War Diaries" teilen Uri Fahndrich und Nadia Migdal ihre persönlichsten Zeugnisse und werfen einen Blick auf einen tödlichen Konflikt. Ihre Tagebücher sind das Dokument einer Zeit, in der drei Menschen – ein Kind, eine Mutter, ein Soldat – so eng wie noch nie miteinander verbunden waren, obwohl sie nie weiter voneinander entfernt waren. "War Diaries" ist als deutsch-israelisches Gastspiel am 12. und 13. Mai zum ersten Mal in Österreich im Theater Nestroyhof Hamakom zu sehen.

“War Diaries” ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Menschlichkeit und ein Versuch, persönliche Traumata inmitten eines kollektiven Unheils zu verarbeiten, das nicht nur durch bedrückende Ehrlichkeit besticht, sondern auch durch die ungeteilte Menschlichkeit, die sich darin offenbart.

Verheerend

Uri Fahndrich, Schauspieler, Produzent und Theatermacher und Schauspielerin Nadia Migdal legen in ihrer Theaterperformance ein eindringliches Zeugnis vom verheerenden Einfluss des Krieges auf ihr privates Universum ab.

Getrennt

Uris Einberufung als Reservist am 7. Oktober 2023 und sein Einsatz in Gaza, wo er als Kommandeur von 80 Soldaten mit schwierigen Entscheidungen ringt, trennt die Familie brutal und bringt Nadia in Tel Aviv unter Raketenbeschuss in die Rolle einer alleinerziehenden Mutter, deren Alltag von der Angst um das Leben ihres Partners geprägt ist.

© Ralf Puder, Nana Franck

Erinnern und verarbeiten

Ab Kriegsbeginn schreibt das Paar täglich Tagebuch. Es entsteht ein dichtes Zeugnis des Kriegsalltags – der Soldat an der Front, die Frau zu Hause mit dem neugeborenen Kind.

Sie schreiben, um zu dokumentieren, zu erinnern und zu verarbeiten. Sie filmen, machen Tonaufnahmen. Sowohl in Gaza als auch in Tel Aviv.

Zeitdokument

Uri und Nadia teilen ihre persönlichsten Zeugnisse und werfen einen Blick auf einen tödlichen Konflikt. Ihre Tagebücher sind das Dokument einer Zeit, in der drei Menschen – ein Kind, eine Mutter, ein Soldat – so eng wie noch nie miteinander verbunden waren, obwohl sie nie weiter voneinander entfernt waren.

Liebe, Tod, Angst und Wut

Cornelia Fiedler schrieb im Rahmen der Uraufführung bei asphalt Festival im Juli 2025 für die Nachtkritik:

© Ralf Puder, Nana Franck

Nach und nach lässt die klug komponierte Flut aus Fakten, Gefühlen, unfassbarem Erlebten, Liebe, Tod, Angst und Wut erahnen, was dieses "Staatstrauma" ist, von dem Nadia einmal spricht – und was das ganz individuelle. Dabei bleiben die Protagonist*innen immer bei sich. Sie stellen quälende Fragen, behaupten aber nicht, die Antworten zu kennen. So schaffen sie es, eine Perspektive jenseits der ideologisch aufgeheizten Debatten aufzuzeigen, eine zutiefst menschliche”

Uri Fahndrich, 1993 in Jerusalem geboren, absolvierte das Nissan Nativ Acting Studio in Tel Aviv. Er arbeitet als freischaffender Schauspieler, Produzent und Theatermacher an verschiedenen Theatern in Tel Aviv. 5 Jahre lang diente er in der IDF als Soldat und Offizier und in der Reserve als Kompaniechef.

Nadia Migdal
1984 in Herne geboren, arbeitet freischaffend für Theater, Film und Fernsehen und lebt derzeit in Tel Aviv und Bochum.
Sie spielte an zahlreichen Theatern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.