Anrufung des Abwesenden

© Filmstill von Tita Salina, Mud Vulcano Sidoarjo

Landschaftbeschwörung

Sie beschwört die Begegnungen mit ihnen herauf, mit ihren Rissen und Wunden. Salz, Sand, Schlamm, Wolle und Haare rieseln und tropfen, sie besetzen die vertikalen und horizontalen Achsen der Galerie.

Die ausgebreiteten Materialien treffen auf Videoarbeiten, in denen Körper Landschaften begegnen, die 11.000km entfernt sind.

Im Dazwischen

So entstehen Situationen, die anziehen und abstoßen, aufreißen und erschüttern. Zwischen Organischem und Anorganischem, Weichem und Flüssigem, zwischen Sound und Video entsteht ein berührbarer dritter Ort, ein erfahrbares, hybrides Zwischen.

Neben der Opening Performance am 30. Juni wird die multimediale Installation von Claudia Bosse und eingeladenen Künstler:innen aktiviert und verändert, heimgesucht von Gestalten, die zu anderen Lesarten einladen.

Sie rufen mit ihren Körpern und Stimmen abwesende Landschaften auf und laden zu planetarischem Denken ein oder verschiedenen Lektüren der Welt.

Die Künstlerin und Choreografin Claudia Bosse setzt mit der multisensorischen Installation Evocation of Absent Landscapes ihre Recherche zu „haunted landscape/s” mit dem theatercombinat vom 30. Juni bis 11. Juli in DAS WEISSE HAUS fort. Dort öffnet sie einen begehbaren Ort für abwesende Landschaften, die anziehen und abstoßen, aufreißen und erschüttern. An fünf Terminen wird die Installation von Künstler:innen, Performer:innen und Forscher:innen aktiviert und verändert. 

© antisezona 

Eingriffe

Die Serie 'haunted landscape/s' begreift den Planeten als von Eingriffen gezeichneten Organismus.

Bosse sucht nach ästhetischen Mitteln, um die vom Menschen geschlagene Kluft zur belebten Umgebung sensorisch erfahrbar zu machen und gemeinsam mit Künstler:innen und Expert:innen transhumane Narrative zu erproben.

Erstmals in Österreich

Mit den Aktivierungen in Evocation of Absent Landscapes holt Claudia Bosse Arbeiten erstmals nach Österreich und setzt sie im WEISSEN HAUS in Dialog mit ihrer Installation.

Die Opening Performance ist ein erweitertes Re-Enactment der ersten theatercombinat Performance im Berliner Podewil 1997 (“Sinn Egal. Körper Zwecklos”), visuell eindrücklich in Erinnerung über an ihren Haaren mit der Decke verbundenen Performer:innen.

Die Performance Evocation of Absent Landscapes ruft mit Stimme und Körper indonesische Landschaften an und feierte dieses Jahr in Stockholm Uraufführung.

© Claudia Bosse

Die Performance Cracks in Landscapes mit Salz, Erde, Latex und Ton ist ein performatives Poem, zu jeder Aufführung neu  zusammengesetzt, bisher in Zagreb 2025 und in Genf 2026 in Erscheinung getreten.

Gleichzeitig werden auch völlig neue Interventionen entworfen: Voicing the Art ist eine ungewöhnliche, audiodeskriptive Performance, die die Materialien der  Installation als Landschaften beschreibt.

Die Finissage am 11. Juli versammelt schließlich über acht Stunden Künstler:innen, Performer:innen und Forscher:innen von Landschaftsarchäologie, Weltraumarchitektur bis zu Tanz, die eingeladen sind, mit je eigenem Schwerpunkt mit den abwesenden Landschaften und der Installation in Kontakt zu treten.